1. Welche Argumente bzw. Einflussfaktoren können Sie nennen, die für ein „Ende der industriellen Arbeitsgesellschaft“ sprechen? Erläutern Sie auch, welche dieser Argumente Ihnen plausibel erscheinen und welche nicht.

 

2. Welche Argumente sprechen gegen die These vom Ende der industriellen Arbeitsgesellschaft. Begründen Sie Ihre Ausführungen.

Kann ich fast nur raten: Viele der Gründe, die für ein Ende der industriellen Arbeitsgesellschaft sprechen, treffen eigentlich nur auf "hochqualifizierte" Tätigkeiten zu. Ein Fabrikarbeiter, der 8 Stunden am Tag alle x Minuten auf den gleichen Knopf drückt, wird wohl kaum Telearbeit machen können noch wird er einen Werkvertrag für das gepresste Eisenteil abschließen (Beispiele). Er hat auch sicher keine Auflösung von standardisierter Arbeitszeit (wenn er in einem Unternehmen mit Schichtbetrieb arbeitet), noch betrifft ihn die Delokalisierung sehr (weil die Maschinen werde immer an der Produktionsstätte stehen).

einer der Hauptgründe, ist, dass sich die Arbeit nur umverteilt, sprich die industrielle Arbeit jetzt von Billiglohnländern (wo früher landwirtschaftliche Arbeit überwiegt hat) erledigt wird. Also dass dort im Prinzip erst jetzt die industrielle Revolution stattfindet (wie in China, Ostblockländern, etc, siehe Wirtschaftswachstum von Europa und Schwellenländer). Ein anderer Grund hat er gesagt, ist, dass die Grundmerkmale industrieller Arbeit wie Fleiß, Effezienz noch immer gültig sind (glaub ich halt).

 

3. Der Begriff der Arbeit ist traditionell zwiespältig. Besprechen Sie diese Ambivalenz mit Hilfe historischer Beispiele.

Arbeit hat in vielen europäischen Sprachen zumindest 2 Bedeutungsfelder als „Mühe, Pein“ oder „lastvolle Anstrengung“, andererseits als „Quelle lebenslanger Zufriedenheit“, „Segen“, „tragendes Element jedes Kultur- und Gesellschaftssystems“ oder als "Werk".

4. Was ist gemeint, wenn heute von der „24-Stunden-Gesellschaft“ die Rede ist? Diskutieren Sie die Vor- und Nachteile (in Stichworten)

5. Erläutern Sie bitte, was „De-Lokalisierung“ bzw. „Dezentralisierung“ der Arbeit bedeutet (technische, soziale, ökonomische, organisatorische Voraussetzungen)?

Mit dem Begriff "Dezentralisierung" wird ein Wandlungsprozess einer Organisationsform (hier: einer Firma/ eines Unternehmens) hin zu einer dezentralen Form bezeichnet. Dezentralisierung der Arbeit bedeutet die Auflösung zentraler Produktionsstätten und Arbeitsorganisationen, d.h. eine dezentrale Produktion. Die Grenze zwischen Orten der Produktion und Reproduktion verschwindet. Dies betrifft aber überwiegend große Firmen. Kleine Organisationen können oder müssen die Arbeit nicht dezentralisieren, mit Ausnahme von Teilaufgaben an externe Firmen.

6. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sehen Sie zwischen der „protestantischen“ Arbeitsethik in einer kapitalistischen Industriegesellschaft und der Arbeitsethik in einer elektronischen Dienstleistungsgesellschaft?

Eine „konkrete Berufsstellung als göttliche Fügung“ anzunehmen wäre in den heutigen Arbeitsgesellschaften nicht mehr möglich (Ausnahme: zum Beispiel Priester). Es wäre zwar noch möglich, einen bestimmten Beruf lebenslang bzw. auf längere Zeit auszuführen, jedoch nimmt der Kapitalismus keine Rücksicht auf die Wünsche einzelner. Die Technologisierung vernichtet viele „beständige“ Berufe und zwingt viele Arbeitnehmer zu einem Berufswechsel. Dies betrifft nicht nur alte Berufe, auch die zahlreichen neu entstehenden Ausbildungen (deren Zukunft in der Arbeitswelt nicht immer gewiss ist) machen einen Berufswechsel im Laufe der Arbeitsjahre sehr wahrscheinlich. Die Teilzeitberufe werden auf lange Zeit ein bedeutender Teil davon werden.


Protestantisch:

Gemeinsamkeiten:

 

7. Besprechen Sie in Stichworten politische und philosophische Positionen, in denen Arbeit als menschliche „Grundbestimmung“ und als Prozess der Selbstverwirklichung gesehen wird.

8. Definieren Sie bitte den Begriff der „Entfremdung“ nach Marx. Diskutieren Sie den Begriff der „entfremdeten Arbeit“ im Kontext der Arbeitsorganisation in einer elektronischen Dienstleistungsgesellschaft.

Entfremdung: Das Produkt ist nicht mehr für einen selbst bestimmt: Man kann sich nicht mehr darin erkennen und verliert die Beziehung zur Arbeit.

Innerhalb der elektronischen Gesellschaft: es werden vielfach nur Teilprodukte erstellt(BSCW. einfach keine Produkte die man in der Hand halten kann), man beschäftigt sich nicht mit
einem Ganzen Produkt und verliert dadurch Lust und Interesse an einem Produkt zu Arbeiten=> man macht die Arbeit für jemand anderen (Corporate Identity Vs. Selbständiger Arbeits- und Gestaltungsmöglichkeiten). Ein gutes Beispiel dafür sind Call Centers: während am Fliessband dem Arbeiter nur das Produkt, aber nicht die Sprache, Gedangenken usw. entnommen werden, ist die Entfremdung in Call Centers eine Totalenteignung (psychische und physische).

"Grund": Aufgrund des kapitalistischen Tauschprinzip „Arbeitskraft gegen Lohn“, das auf Bildung von Mehrwert abzielt, die Ausbeutung und Deformation humanen Arbeitens erfolgt – „Entfremdung“. Die heutige Lohnarbeit dient nicht mehr dem eigenen Nutzen oder dem Erfüllen von Notwendigkeiten für ein „normales Leben“, sondern der Vermehrung des Kapitals bzw. der größtmöglichen Verwertung aus der Arbeitskraft des einzelnen. Der Bezug des Arbeitnehmers zu seinem „Werkstück“ ist mitunter nicht mehr vorhanden. Der Arbeiter verkauft seine Arbeitskraft, produziert nicht für sich selbst und ist nur ein Glied im Produktionsprozess:=> kann sich nicht mit dem Produkt identifizieren=> das Produkt wird ihm entfremdet.

Ein Beispiel wären Programmierer (zum Beispiel in Billiglohnländern), die auf Vertragsbasis nur mehr Code erzeugen um sich den Lebensunterhalt verdienen zu können. Oder Arbeiter, die an einer Masse von elektr. Geräten tagein und tagaus im 20 Sekundentakt nur ein paar Bauteile montieren und aufs nächste Werkstück wechseln.

 

9. Was ist mit dem Begriff „play ethic“ im Zusammenhang mit der Arbeitsorganisation in einer elektronischen Dienstleistungsgesellschaft gemeint?

Im Gegensatz zur einer industriellen Arbeitsgesellschaft ist bei einer modernen IKT Gesellschaft nicht mehr die Rede von „work ethic“, sondern diese wird ergänzt bzw. ersetzt durch „play ethic“. Das bedeutet das Spiel immer mehr in die Arbeit integriert wird und professionelle Beziehung spielhafter werden. Darüber hinaus heisst „play ethic“ auch, das die Arbeit Spass machen soll. Der Spass an der Arbeit hat das Ziel, die Arbeit zu intensivieren und zu verbessern. In diesem Sinn werden auch Innovation, Kreativität und Experimentieren in die Arbeit assimiliert.

 

Ein Wunsch nach Kreativität und Selbstbestimmung (während der Arbeit) ist vorhanden. Durch die (Info)Technologie kann dieser befriedigt werden. Räume der Re-Kreation werden geschaffen und die Arbeit mit dem Computer kann als Kunsthandwerk gesehen werden.

Als Bsp -> experimentelle Programmierer am MIT als erste „Hacker“ (in den 1950er). Programmieren als „Kunst“ und „Spiel“. Subversiv gegen Autorität, Sicherheitsideologien, restriktiven Umgang mit Information – Feindbild IBM

 

10. Erläutern Sie in Stichworten die wichtigsten Merkmale des „scientific management“ nach Frederick W. Taylor. Welche Verbindungen sehen Sie zwischen Taylorismus-Fordismus („economy of things“) und einer „economy of knowledge“ in der Gegenwart?

Merkmale:


Folgen:


Nicht physische Leistung selbst, sondern Wissen über Optimierung der Abläufe ist im Taylorismus Schlüssel zur Steigerung der Produktivität d.h. Taylor als erster Wissensarbeiter, Vorbild für die heutigen Wissensarbeiter; Taylorismus des Informationsmanagements

Informationsarbeit im Gefolge der Medienrevolution im späten 19. Jahrhundert gehörte zu den ersten Anwendungsgebieten der Rationalisierung durch Taylors Wissenschaftliche Betriebsführung - Parallelen zu heutigen Call Centers (Neo- Taylorismus)

 

11. Erläutern Sie in Stichworten die wichtigsten Merkmale des Toyotismus. Welche Verbindungen sehen Sie zwischen Toyotismus und der Arbeitsorganisation in einer elektronischen Dienstleistungsgesellschaft?

Merkmale des Toyotismus ( benannt nach einer Umstellungsphase bei Toyota):


Verbindung zur elektr. Dienstleistungsgesellschaft:

 

12. Nennen Sie bitte fünf Unterschiede zwischen so genannten „tayloristischen“ und „sozio-technischen“ Arbeitsformen und erklären Sie diese Unterschiede genauer.

Tayloristisch

Sozio Technisch

Fremdkontrolle: Den Arbeitern wurde genau vorgeschrieben was sie zu tun haben. Es gab ganz klare Vorschriften von den nicht abgewichen werden durfte.

Selbststeuerung, Selbstbeherrschung: Hier wird den Angestellten mehr Selbstständigkeit zugetraut. Wie sie ihre Arbeit machen wird ihnen selbst überlassen.

Ausschluss der Subjektivität als Störfaktor: Der Angestellte sollte gar nicht darüber nachdenken was er tut, seine eigene Meinung und Ideen waren vollkommen irrelevant.

Anerkennung der Subjektivität als Ressource: Hier wird die Meinung der einzelnen Person sehr wohl geschätzt und genutzt um die Arbeit und das Ergebnis zu verbessern.

Primat der Planung: Bei der Tayloristischen Arbeitsform ist alles bis in das kleinste Detail vorgeplant. Es gibt keinen Freiraum für eigene Ideen oder Kreativität.

Rückkehr der Improvisation: Bei der Sozio Technischen Form wird die Improvisation wieder mehr beachtet. Jeder ist dazu aufgefordert sich selbst mit einzubringen. Die Abläufe sind nicht mehr so strikt durchgeplant.

Arbeitsmotivation durch kalkulierte Anreizsysteme: Selbst die Arbeitsmotivation ist vorgeplant. Es existieren bestimmte Systeme um die Motivation zu steigern. Bsp.: Voest in den 70er Jahren.

Arbeitsmotivation durch Identifikation plus ergebnisgekoppelte Anreizsysteme: Die Angestellten werden durch ihrer eigene Produktivität und Ergebnisse motiviert. Auch durch Provision bei gut gemachter Arbeit.

Nutzung der Person als Arbeitskraft: Die Angestellten wurden lediglich als Arbeitskraft gesehen, die Person an sich war nicht relevant oder von Interesse.

Nutzung von Arbeitskraft als Person:

 

13. Welche sind nach Daniel Bell die Merkmale einer „nachindustriellen Gesellschaft“? Was hat EDV mit dem Entstehen einer nachindustriellen Gesellschaft zu tun?

 

14. Definieren Sie bitte Telearbeit, und führen Sie die wichtigsten Telearbeitsformen mit ihren Merkmalen an.

Definition: Telearbeit ist jede auf Informations- und Kommunikationstechniken gestützte Tätigkeit


Telearbeitsformen:

15. Unter welchen Gesichtspunkten könnte Telearbeit für die Gesellschaft als ganze gewinnbringend sein?

 

16. Welche sind die möglichen Nachteile von Telearbeit für ArbeitnehmerInnen, welche für ArbeitgeberInnen?

für Arbeitgeber:

 

für Arbeitgeber:

 

17. Welche sind die möglichen Vorteile von Telearbeit für ArbeitnehmerInnen, welche für ArbeitgeberInnen?

für Arbeitgeber:


für Arbeitnehmer:

 

18. Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Organisation von Telearbeit für das betriebliche Management? Welche Anforderungen müssen erfüllt sein, damit Telearbeit erfolgreich implementiert werden kann?

 

19. Welche Herausforderungen ergeben sich durch die Dezentralisierung und Informatisierung der Arbeit für die gewerkschaftliche Organisation von ArbeitnehmerInneninteressen?

Früher ergab sich die Gewerkschaft meist lokal und wurde auch dementsprechend durch Betriebsversammlungen abgehalten. Durch die seltene Anwesenheit der Arbeitnehmer im Betrieb ist dies schwer zu lösen. Telearbeiter tendieren auch mehr zu Selbständigkeit und handeln teilweise ihre Verträge selbst aus. Dabei ist eine Gewerkschaft meist nicht notwendig und mitunter bei „kritischen“ Vereinbarungen sogar hinderlich. Durch die wenigen sozialen Kontakte ist häufig nur ein Eigeninteresse da, man ist auf den Vorteil bedacht und andere Arbeitnehmer werden nicht zur Kenntnis genommen bzw. bekommt man dessen Kündigung auch möglicherweise gar nicht mit oder interessiert einen zumindest kaum. Schlussendlich muss auch die Gewerkschaft dezentral werden und die Telearbeiter für die Gewerkschaft motivieren, indem sie ihnen Vorteile gegenüber einer Nichtmitgliedschaft bietet, auch wenn diese möglicherweise schwer zu erarbeiten sind.

Es entstehen neue Arbeitsformen die zur Prekarisierung (daher weniger soziale Sicherheiten, kein 13.tes und 14.tes Gehalt, keine Pensionsversicherung, kein Krankengeld) der Arbeitsform hinführt. Es entstehen Spannungspunkte zwischen Angestellten in fixer Anstellung und denen in anderen Dienstverhältnissen=> Schwierigkeit der Gewerkschaft alle unter ein Dach zu bringen

 

20. Welche Modelle der Flexibilisierung von Arbeitszeit kennen Sie? Erläutern Sie diese Modelle im Einzelnen kurz und gehen Sie auf die möglichen Vorteile für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen ein.

Teilzeit, Gleitzeit: Der Angestellte kann sich seine Arbeitszeit ziemlich frei einteilen. So kann auf den eigenen Terminkalender sowie auch auf die Arbeitsspitzen Rücksicht genommen werden. Öffnungszeiten und Erreichbarkeit werden durch Regelung innerhalb der Arbeitsteams gewährleistet. Vorteil: Man kann sich Zeit sehr flexibel einteilen. Was vor allem Frauen mit Kindern zu gute kommt.

Jahresarbeitszeit: Hierbei wird ein jährliches Arbeitszeitvolumen festgelegt. Arbeitszeiteinteilung ist wieder frei zu wählen. Verrechnung von Arbeitszeit, Krankheit, Feiertagen auf einem Arbeitszeitkonto. Vorteil: Man ist noch unabhängiger als bei der Teilzeit. Es ist einen selbstüberlassen wie man sich die Zeit einteilt, so lange das Jahresvolumen erfüllt ist.

Mehrjahres- oder Lebensarbeitszeitkonten: Arbeitszeitkonto über ein Jahr hinaus; Ansparen von Arbeitszeit. Gefahr einer Überlastung durch die Ansparphase. Vorteil: Man kann noch vorausschauender planen. Durch das „Ansparen“ kann man sich längere Urlaube nehmen oder es dann etwas ruhiger angehen.

Vertrauensarbeitszeit: Arbeitgeber verzichtet auf Kontrolle der Einhaltung der Vertragsarbeitszeit. Vorteil: Man ist in keiner Weise gebunden. Die Arbeitszeit ist völlig flexibel, so lange man seine Leistung erbringt. Man kann so sein privates Leben mit der Arbeit ideal verbinden.

 

21. Frau DI Krötz soll für einen großen Betrieb ein Dokumentenmanagement-System entwickeln. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sie dieser Aufgabe auf Basis eines Werkvertrags nachgehen kann?

Alles geraten (bzw. es steht halt nirgends drin, ich halt es halt für sinnvolle Voraussetzungen):

Genügend Betriebsmittel (PC, etc), ausreichende Kommunikationskanäle (ausreichender Internetanschluss zum Beispiel zum Übertragen von Daten, Telefon für mündliche Kommunikation), im Betrieb Ansprechpersonal, das auch wirklich für Fragen da ist, und diese auch entscheiden darf.
Geographische Entfernung sollte nicht allzu groß sein (<= 90 km), da sicher auch öfter Absprachen getroffen werden müssen.

 

22. In führenden Unternehmen der IT-Branche wird Flexwork praktiziert (Telearbeit, flexible Arbeitszeiten, Zielvereinbarungen, Vertrauensarbeitszeit). Nennen Sie Vor- und Nachteile für die ArbeitnehmerInnen.

Vorteile: Die Angestellten können sich die Zeit sehr flexibel einteilen und so auf private Termine Rücksicht nehmen. Auch die Arbeit von zu Hause ist möglich und daher gerade für Mütter sehr praktisch. Ende der Anwesenheitskultur.

Nachteile: Bei einer schlechten Selbsteinteilung der Zeit kann es dann gegen Ende des Projekts zu einer Überlastung kommen. Außerdem kann es möglich sein das „zu viel“ gearbeitet wird und man so die Überstunden übersieht und nicht bezahlt bekommt.

 

23. Herr DI Pippenbacher bekommt von einer regionalen Entwicklungsagentur das Angebot einer auf zwei Jahre befristeten Tätigkeit im Rahmen eines EU-Projektes. Beim Einstellungsgespräch stehen sowohl ein „klassischer“ Dienstvertrag als auch ein „freier Dienstvertrag“ zur Diskussion. Welche Vorteile bzw. Nachteile wären für den Bewerber mit dem „klassischen“ bzw. mit dem „freien“ Dienstvertrag verbunden?

Freier Dienstvertrag: Vorteile: weitgehend keine Bindung an Arbeitszeit und –ort; eigene Gestaltung der Arbeitsabläufe; Vertretungsmöglichkeit durch andere Person; Nachteile: keine Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder Urlaub; unterliegt nicht dem Kollektivvertrag; keine Abfertigung; keine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.

Klassischer Dienstvertrag: Vorteile: mehr eingegliedert in die betriebliche Organisation; Entgeltfortzahlung bei Krankheit, Kollektivvertrag wird beachtet, Sonderzahlung werden getätigt, Abfertigung. Nachteile: Einteilung der Arbeitszeit ist nicht frei zu wählen; man kann sich nicht vertreten lassen.

 

24. Was bedeutet „selbstorganisierte Leistungsverausgabung“ im Rahmen hoch qualifizierter IT-gestützter Arbeit? Nennen sie bitte individuelle, organisatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen für „selbstorganisierte Leistungsverausgabung“.

(weiß ich auch wieder nicht):

Selbstorganisierte Leistungsverausgabung heißt glaub ich so viel wie "zu viel Arbeiten", wirkt sich zum Beispiel in Mehrarbeit etc. aus. Im Rahmen von IT-gestützten Tätigkeiten könnte das so was heißen, dass obwohl der Computer schon viele Tätigkeiten übernimmt, der Arbeitnehmer immer mehr leisten muss (aber in gleicher Zeit), also dass die Arbeit viel anspruchsvoller, "dichter" wird (früher hat man in gleicher Zeit viel weniger erledigt, weil man für Dinge sich Zeit nehmen musste, die jetzt der Computer erledigt)

Organisatorische Voraussetzungen: zum Beispiel management by objectives, also die Vereinbarung von Zielen, um diese zu erreichen wird dann oft Mehrarbeit geleistet (das ist dann die so genannte versteckte Mehrarbeit glaub ich)

Individuelle Voraussetzungen: man muss sich für die Arbeit verantwortlich fühlen, man muss selber auch weiterkommen wollen (weil sonst ist es einem egal ob man die Ziele erfüllt oder nicht)

Gesellschaftliche Voraussetzungen: es muss allgemeiner Druck zur Leistung vorhanden sein. In einer Gesellschaft, in der "nichts tun" die vorherrschende Einstellung ist, wird das Phänomen selbstorganisierte Leistungsverausgabung wohl kaum auftreten.

 

25. Analysieren Sie bitte die vorliegende Grafik über die als arbeitslos vorgemerkten IT-Fachkräfte in Österreich zwischen Jänner 2000 und Oktober 2004. Wie interpretieren Sie diese Entwicklung?

Im Bereich der Sonstigen Techniker für EDV ist es zu einem ziemlich starken Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen in der Zeit von Jan. 2002 bis Jan. 2004. Unter diesen finden sich allerdings auch viele Autodidakten. Es gibt immer weniger qualifizierte Arbeitslose (umso besser die "Bildung" ist, desto sicherer ist man vor Arbeitslosigkeit). Bei den Ing. und DI für EDV ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit eher gering.

Statistiken spiegeln allerdings niemals die reale Situation wieder. Da Leute die sich in der Ausbildung befinden oder Menschen die keine Ansprüche auf Arbeitslosengeld haben nicht erfasst werden wie z.b. Selbständige, die es vor allem in der Branche auch recht viele gibt!

 

28. Welche Faktoren machen es schwierig, Prognosen über die Beschäftigungseffekte von IKT abzugeben?

Welche Branchen zu IKT gezählt werden dürfen, ist nicht leicht. Bsp: Buchdrucker werden in manchen Statistiken zu IKT gezählt. Wenn die Beschäftigungszahl bei den Buchdruckern sinkt/steigt, muss es nicht unmittelbar mit IKT zu tun haben. IKT kann zwar Arbeitsplätze schaffen, jedoch auch gleichzeitig andere Arbeitsplätze unnötig werden lassen. Durch die hohen Qualifikationsansprüche in der IKT, ist es nicht mehr so einfach, wegrationalisierte Arbeitsplätze anderweitig nach zu besetzen. -> Schere zw. Zahl der Arbeitssuchenden und angebotenen Arbeitsplätze klafft auseinander.

 

29. In welchen Branchen sind den skeptischen Prognosen (Rifkin 1995, Club of Rome 1997) zufolge die größten Rationalisierungseffekte durch IKT zu erwarten? Welche Argumente können übersehen werden, wenn IKT für Beschäftigungsverluste verantwortlich gemacht werden?

Branchen

Gegenargumente für Beschäftigungsverluste

 

30. Was kann den optimistischen Trendprognosen entgegengehalten werden, die Jobzuwächse durch den Einsatz von IKT versprechen?

Erstens gibt es viele Faktoren, die eine realistische und objektive Trendprognose fast unmöglich machen. Weiters, es gibt ein paar Faktoren, die gegen einen erheblichen Jobzuwachs durch den Einsatz von IKT sprechen:

 

31. Welche Trends sieht Manuell Castells im Rahmen seines Entwurfs einer „Netzwerkgesellschaft“ für die Beschäftigungsentwicklung in den G7-Staaten bis 2005?

 

32. Welche zwei unterschiedliche ökonomische Entwicklungsmodelle identifiziert Manuell Castells im Rahmen seines Entwurfs einer „Netzwerkgesellschaft“ innerhalb der G7-Länder? Nennen sie bitte die Merkmale dieser beiden Modelle.

 

33. Welche beiden Randbedingungen müssen nach Manuel Castells erfüllt sein, damit sich aus dem Einsatz von IKT gesamtgesellschaftlich Beschäftigungsgewinne ergeben?

 

34. Interpretieren Sie bitte die folgende Diagnose, die sich auf Deutschland bezieht, sich aber auch auf die Entwicklungen in Österreich umlegen lässt: „Für (qualifizierte) IT- und Dienstleistungsarbeit bieten sich relativ gute bis hervorragende Beschäftigungschancen – aber für die einzelne Person ist der Arbeitsplatz immer weniger sicher“ (Trautwein-Kalms 2002).

Der Satz ist so zu verstehen, dass vor allem eine Nachfrage nach IT Firmen besteht, als einzelne Person ist man uninteressant für den Markt. Durch ständige Umstrukturierung und wenig stabile Unternehmen ist das Arbeitsplatzangebot nicht sicher. Dazu kommen diskontinuierliche Erwerbskarieren, d.h. häufiger Wechsel zwischen Angestellter, Freiberuflicher usw. Man muss sich ständig auf den laufenden halten da wir in einer sehr schnelllebigen Branche tätig sein werden.

Es sind 1,2 % der Erwerbstätigkeiten in Deutschland Computerfachleute und auch wenn in gewissen Bereichen ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften herrscht, sind sich viele Arbeitgeber bewusst, bei Nichtgefallen eines Untergegeben sehr schnell einen Ersatz zu bekommen. Somit ist für einen Arbeitgeber (im Gegensatz zum Arbeitnehmer) der Verlust eines Arbeitnehmers kein großes Drama und kann ihm deshalb seine „Regeln“ aufdrängen. Die Beschäftigungschancen gehen daher immer mit einer gewissen Qualität des Arbeitsverhältnisses einher.

Ein anderer Punkt ist der schnelle Wandel des Firmenbestandes, da heutzutage Konkurse von Firmen nichts Ungewöhnliches sind und im Arbeitsleben von vielen, mehrere Dienstverhältnisse innerhalb bspw. eines Jahrzehnts (inkl. Perioden ohne Arbeit) zum normalen Alltag geworden sind. Aus der Sicht des Arbeitsnehmers sind die Beschäftigungschancen somit recht gut, nur muss eine gewisse Flexibilität (zum Beispiel in Bezug auf Wechsel des Arbeitsplatzes/Arbeitgebers) vorhanden sein.

 

35. Diskutieren Sie die wichtigsten Aspekte eines gender-spezifischen Zugangs zu hoch qualifizierten IT-Berufen

Nach wie vor ist es so, dass technische Berufe eher als „Männer – Berufe“ gesehen werden. Frauen werden nach wie vor in sozialen Berufen gesehen wie Krankenschwester, Kindergartentante und ähnliches. Auch in der Erziehung ist diese Einteilung gut zu erkennen. Meistens bekommen Jungs „technische Spielzeuge“ (Lego, Modellautos, usw.) wo Mädchen hingegen Puppen usw. zum Spielen bekommen. Diese frühen Einflüsse beeinflussen das Verhalten und letztendlich auch die Berufswahl sehr stark. Es gibt auch in vielerlei Hinsicht Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Zugang

Folgen: Der Anteil an weiblichen Auszubildenden in techn. Ausbildung ist an und für sich gering. Je technischer die Ausbildung desto geringer wird der Frauenteil. Der weibliche Anteil tendiert mehr zu Wirtschaft bzw. Managertätigkeiten. In Bezug aus Skills tendieren Frauen zu Soft Skills, Männer hingegen zu Hard Skills.

 

36. Diskutieren Sie bitte die beiliegende Grafik bzgl. der Ausbildungsverträge im IT-Bereich. Warum ist der Frauenanteil in der Ausbildung zum/ zur SystemelektronikerIn wesentlich geringer als in jenem zur IT-Systemkauffrau/zum IT-Systemkaufmann?

Auch hier ist diese Einstellung wieder klar zu erkennen. Systemelektronik beinhaltet mehr technische Komponenten und ist daher bei Frauen weniger beliebt als bei Männern. Möglicherweise behagen den weiblichen Auszubildenden rein technische Berufe nicht. IT-Systemkauffrau, in Anlehnung an die „normale“ Kauffrau (/ -mann), beinhaltet auch eine wirtschaftliche Ausbildung und dürfte damit den Wünschen näher kommen; unter Umständen auch in Bezug auf eine breiter ausgelegte Ausbildung. Außerdem sind die sozialen Komponenten "wichtig" und der Arbeitsbereich ist nicht so von der Technik dominiert. Weiters könnte eine spätere Benachteiligung gegenüber männlicher Konkurrenz eine Rolle spielen. Die IT wird in den Köpfen vieler immer noch (historisch gesehen gab es Zeiten, wo "nur" Männer es in der Branche gab) männlich dominiert und die Möglichkeit (oder Angst) als IT-Fachkraft nicht gleichberechtigt behandelt zu werden, dürfte manchen die Entscheidung vereinfachen. //ähnlich Frage 35!!!!

 

37. Nennen Sie bitte die wichtigsten Aspekte einer Zentralisierung von Arbeitsorganisation durch IKT.

 

38. Was sind die Merkmale prekärer Beschäftigungsverhältnisse? Diskutieren und belegen Sie durch Beispiele, welche dieser Merkmale auf Call Center Agents zutreffen.

 

39. Warum gelten Call Centers als Beispiele für neo-tayloristische Fließbandarbeit in der Informationsgesellschaft? Halten Sie diese negative Zuschreibung für gerechtfertigt (Begründung)?

Fließbandarbeit ging seit jeher mit einer monotonen, auf einen Bereich beschränkte, Arbeit einher die bis ins kleinste Detail vorgeplant ist (und wo eigene Ideen nicht toleriert werden).Der neo-tayloristische Bezug ist der, dass jedem einzelnen Arbeit Nehmer eine bestimmte Tätigkeit zugeordnet war. Dies ist auch im Call Center der Fall. Im gleichen Call Center gibt es versch. Personen für versch. Zuständigkeitsgebiete (zum Beispiel Level1-Support(Helpdesk), Level2-Support(Technik), Produktinformationen etc.). Zusätzlich wird ihm klar gemacht, wie ein Gespräch geführt werden muss (Gesprächsdauer, welche Information an den Anrufer weitergegeben werden darf, ...). Somit wird dem Arbeitnehmer kaum Freiheit für eigene Entscheidungen überlassen.

Eine weitere wichtige Gemeinsamkeit ist die mögliche rasche Vernichtung von Arbeitsplätzen. Während die Fließbandarbeit durch Automatisierung immer weniger Arbeitskräfte benötigte, könnte dies auch mit den Call Center passieren. Entwicklungen in diese Richtung gibt es schon und zwar durch automatisierte Agents, welche durch die jeweilige Nummerkombination die gewünschte Information liefern (zum Beispiel Weckrufe, auch wenn dies vermutlich kaum mehr persönlich geschieht).

Ich denke, dass diese Zuschreibung sehr wohl gerechtfertig ist. Da man immer nach dem gleichen Schema arbeitet, ob man tatsächlich am Fließband steht oder gedanklich monoton arbeitet ist letztendlich dasselbe.

 

40. Nennen Sie bitte die vier Grundtypen von Call Centers. Welche sind die Merkmale dieser Typen?

Inbound/Outbound bzw. inhouse/outhouse.

41. Mit welcher Motivation lagern Unternehmen Dienstleistungen in Call Centers aus? Was könnte aus unternehmerischer Sicht gegen ein solches Outsourcing sprechen?

Vorteile der Auslagerung: Eigene Unternehmen sind auf CC spezialisiert und können somit diese Dienstleistung kostengünstiger als das Unternehmen erbringen, es wird keine eigene Infrastruktur für das CC benötigt (wieder Kosten), es muss kein neues Personal eingestellt werden.  Möglich wäre vielleicht auch ein Grund: „Die Drecksarbeit lassen wir andere machen“ (reine Unterstellung von mir!/ eventuell auch Puffer gegen "geschädigte" und "wütende"/ unzufriedene Kunden)

Gründe gegen Auslagerung: fehlendes Know-how beim Sub-Unternehmen, große „Entfernung“ zum CC (hinsichtlich Kommunikation mit der Geschäftsführung zwecks Einhaltung von Unternehmensrichtlinien, Marketingaktionen o.ä.), fehlende Kontrollmöglichkeiten der CC-Agents

42. Was ist mit „Feminisierung“ bzw. „Hausfrauisierung“ von Erwerbsarbeit gemeint? Welche Zusammenhänge können Sie zwischen einer so genannten „Feminisierung“ bzw. „Hausfrauisierung“ und IT-gestützten Dienstleistungen finden?

Das Dienstverhältnis wird zunehmend den Arbeitsumständen einer Hausfrau ähnlich.

Beispiele: freies Dienstverhältnis bzw. Teilzeitarbeit, geringer Lohn, immerwährende Erreichbarkeit durch den Betrieb (zum Beispiel als Supporter für Notfälle); als Telearbeiter: ohne Gewerkschaft, (mögliche) Isolation, ...

 

43. Im Zusammenhang mit der hoch qualifizierter Tätigkeiten im Dienstleistungssektor wird von erhöhter Freiheit oder Autonomie für die Arbeitenden gesprochen. Wie stehen Sie zu dieser These?

Es kann seine Vorteile und Nachteile haben, je nach Gesichtspunkt oder auch persönlicher Einstellung.

Einerseits bedeutet dies, man kann sich häufig die Arbeitszeit selbst einteilen, muss nicht ständig in die Arbeit pendeln, solange die Arbeit auch außerhalb erledigt werden kann (Heimarbeit, unterwegs mit dem Laptop im Gepäck). Andererseits besteht durch die schwache Trennung zwischen Freizeit und Arbeit auch nicht selten ein Hang zur Selbstausbeutung (bspw. bei schlechtem Wetter am Wochenende).

Auch der Status als Selbständiger bzw. freiberuflicher Mitarbeiter, der in manchen Branchen gewählt wird, könnte einen in Bedrängnis bringen. Es existiert dabei kein Kündigungsschutz, auch keine Abfertigung und bei schlechter Auftragslage wird man sich auch mit einem geringeren Einkommen begnügen müssen. „Normal qualifizierte“ Arbeiter bevorzugen immer noch meist eine normale Anstellung mit durchschnittlichem Gehalt, müssen jedoch bei einer kurzen Schieflage selten mit Gehaltseinbussen oder Kündigung rechnen. Wenn, dann ist die Chance selbst betroffen zu sein bedeutend geringer als bei einem Status als „Selbständigem“, bei dem es kaum jemand anderen gibt, der die Konsequenzen tragen könnte.

 

44. Was sind mögliche Vorteile, was sind mögliche Nachteile flacher betrieblicher Hierarchien?

Ein Vorteil ist, dass es zu einer stärkeren Zusammenarbeit kommt, da die Angestellten untereinander gleich gestellt sind. Die Arbeitsteilungsgrade werden weniger. Nachteil ist das auch die Verantwortung bei mehrer liegt, so ist nicht klar erkennbar wer die überhand. Es fehlt der Verantwortliche. Außerdem kann durch die flache Hierarchie auch ein größere Druck innerhalb der Hierarchie kommen und so "Kämpfe" entstehen da die "Rangfolge" unklar ist (Fraglich)

dass die formelle Kommunikation in flachen Hierachien wesentlich einfacher und schneller geht als in sehr tiefen. Nachteil von flachen kann denk ich auch sein, dass man den Kollegen bzw. Vorgesetzten (besonders in kleinen Unternehmen) als "Kumpel" sieht, deswegen findet man es nicht so schlimm, wenn mal was schief geht.

 

45. Welche können die negativen Aspekte von „selbstorganisierter Leistungsverausgabung“ in hoch qualifizierten Tätigkeiten des IT- und Dienstleistungssektors sein?

 

46. Welche besonderen Risiken sind für Frauen mit Telearbeit verbunden? Gibt es auch Vorteile, die im Besonderen Frauen aus der Telearbeit erwachsen können? Wenn ja, welche?

Frauen werden zunehmend in Teilzeitarbeit gedrängt. Damit fällt die Unterstützung der Firma weg, womit eine hohe Kostenbelastung für externe Kinderbetreuung den Frauen zufallen kann. Bspw. in UK ist dies der Verfall. Bedenkt man auch den geringeren Verdienst durch die Teilzeitarbeit sind die finanziellen Verluste teils erheblich. Doppelbelastung durch Haushalt und Beruf; durch mangelnde Präsenz in der Firma verminderte Karrierechancen; keine Pausen; Freizeit und Arbeit lassen sich nicht mehr trennen. Bei guter Arbeitseinteilung ist das Arbeiten von zu Hause gut möglich und es lässt sich bedingt mit der Hausarbeit verbinden.

Findet die Telearbeit hingegen zu Hause statt (zum Beispiel nur 3x pro Woche statt 5x in der Firma, den Rest im eigenen Haus), kann dies unter Umständen sich auch pos. für die Familie auswirken, falls kleine Pausen oder Kinderbetreuung nebenbei möglich sind. Vorteile können sich auch örtlich benachteiligte Frauen erhoffen, da strukturell schwache Regionen gefördert werden und bei Telearbeit eine große Entfernung zur nächsten Arbeitstelle nicht mehr von Relevanz sein muss. Auch nach einer Karenz ist der Wiedereinstieg unter Umständen einfacher.

 

47. Diskutieren Sie den Begriff der „Charaktermaske“ im Zusammenhang mit der Arbeit in einer elektronischen Dienstleistungsgesellschaft.

Die Angestellten werden dazu aufgefordert sich immer gleich zu verhalten. Gewisse Regeln stets zu beachten und sich keine Gefühlsregungen anmerken zu lassen. Egal ob der Kunde sich beschwert oder ob es ein normales Gespräch ist. Sie sollen sich sprachlich anpassen, Unterordnen, Fremdwörter vermeiden und sich bedanken.

 

48. Erklären Sie bitte, warum nach Richard Sennett „autonomisierte“ Arbeit soziale Zusammengehörigkeit zerstören kann.

Soziale Zugehörigkeit beinhaltet:

 

49. Unter welchen Bedingungen ist Arbeiten mit hoher Eigenverantwortlichkeit produktiv und der Gesundheit zuträglich? Unter welchen Bedingungen wird negativer Stress erzeugt?

Gesundheit zuträglich :

Negativer Stress :

 

50. Warum wird Silicon Valley auch das „Tal der einsamen Männer“ genannt? Welche Maßnahmen schlagen Sie selbst vor, um die negativen Folgen von hoher Arbeitsidentifikation bzw. Selbstüberforderung zu vermeiden?

Weil dort eine soziale Unterentwicklung herrscht. Die Männer sind Erholungsunfähig, es kommt zum Burn-Out, Schlafstörungen, Suchtanfälle und der Anteil derer die auf Geld aus sind, ist sehr hoch. Man versucht möglichst schnell möglichst viel Geld zu scheffeln. Dies bewirkt, dass maximale Arbeitszeiten gefahren werden, ohne Rücksicht auf die Gesundheit und Familie (falls überhaupt eine besteht) oder andere soziale, nichtberufliche Kontakte. Folgedessen besteht bei vielen eine so genannte „soziale Unterwicklung“, die jedoch in Kauf genommen wird, da es nicht wenige Erfolgsleute gibt, die danach zeitlebens nur mehr wenig bis gar nicht arbeiten brauchten. Es herrscht mitunter auch eine hohe Identifikation mit der Arbeit.

Maßnahmen: Vermehrt Urlaub, geregelte Freizeit wenn nötig von Vorgesetzten vorgeschrieben, ein ausgepowerter Mitarbeiter ist niemanden von Nutzen. Sozial Ereignisse zum Beispiel Firmen Feiern oder so etwas Ähnliches.

 

51. Auf welche Weise werden in der neuen Dienstleistungskultur traditionelle Konfliktlinien (bzw. Interessensgegensätze) zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen verwischt?

Es kommt zu einer Autonomisierung, man wird selbst zu einem kleinem "Manager" mit all seinen Aufgaben (Kindergärtnerin(leiterin) die Buchhaltung macht, Webseite, Bürokratisches, sich um "Werbung" kümmert, "Unternehmersich" denkt,....), "Ich AG", "keine" Trennung zwischen Arbeitnehmer/Arbeitgeber von Aufgaben und von "Betrachtung her"

 

52. Erläutern Sie bitte den Begriff der „selbständig Unselbständigen“.

Das Hauptwort (Unselbstständige) beschreibt, dass der Arbeitnehmer in einem klassischen Dienstverhältnis (zum Beispiel 38,5 h Stunden pro Woche am Arbeitsplatz im Unternehmen) steht. Der Zusatz „selbstständig“ steht dafür, dass aber dieser Arbeitnehmer handelt, als wäre er ein eigener Unternehmer. Er trägt z.B. die Verantwortung für seine Arbeit, muss am wirtschaftlichsten arbeiten, muss seine Zeit selber einteilen, etc. und hat gewisse vertragliche Verpflichtungen über den normalen Vertrag hinaus eingegangen. Bspw. muss ein bestimmter Mindestumsatz erreicht werden, wird dies nicht erfüllt, gilt man als „Lowperformer“ und wird möglicherweise gekündigt (Geschichte vom Betz mit "Bekanntin" die in "Möbelgeschäft" arbeitet und Mindestumsatz hat, sonst Rauswurf).

 

53. Argumentieren Sie bitte, warum Ihnen das Auslagern von elektronischen Dienstleistungen in Schwellenländer wie Indien sozial gerecht oder ungerecht erscheint.

Von der Unternehmerseite aus, ist meist das Ziel einer Auslagerung von Dienstleistungen die Senkung von Kosten.

Aus der Sicht der Arbeitnehmer (speziell der gekündigten) ist es logischerweise nicht sozial gerecht, wenn es nicht notwendig war oder nur zur Aufbesserung der Bilanz diente. Fakt ist, können Dienstleistungen anderswo besser/günstiger erledigt werden, werden sie unter Umständen dorthin verschoben. Wichtig dabei ist, den gekündigten Arbeitnehmer danach zu helfen und ihnen einen erneuten Jobeinstieg zu vereinfachen oder ein "Auffangbecken" zu organisieren/ schaffen.

 

54. Lesen Sie bitte den folgenden kurzen Artikel. Welche sind die wichtigsten Aussagen? Diskutieren Sie diese Aussagen kritisch auf Basis des in der Vorlesung Erlernten. (Anm: Je nach Artikel wird die Frage für die Prüfung inhaltlich präzisiert.)

Da ich nicht in die Zukunft schauen kann, weiß ich nicht welcher Artikel kommt und kann somit auch keine Antwort hier schreiben ^^